Zoonosen vermeiden - Hygiene ist entscheidend
Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden.
Beispiele von Übertragungswegen:
Durch Tierkontakt: Lippengrind, Q-Fieber, Tuberkulose, Staphylokokken-Infektion, Brucellose (Bangsche Krankheit).
Durch Lebensmittel: Bandwurmfinnen, E.coli-Infektion (EHEC), Listeriose, Salmonellose, Streptokokken-Infektion.
Durch Abortus-Erreger: Chlamydien, Campylobacter, Listerien
Bei kranken Tieren besteht naturgemäß ein höheres Zoonoserisiko. Abszesse, Ausflüsse aus Augen, Nase, Maul oder Geschlechtsteilen, Durchfallkot, Flüssigkeiten von der Geburt sowie Nachgeburten oder Hautausschläge können Krankheitserreger enthalten.
Bei der Versorgung kranker Tiere ist Hygiene besonders wichtig:
Einmalhandschuhe tragen
Verschmutze Kleidung nicht mit ins Haus nehmen
Einmaltücher zum Abwaschen oder Abwischen von Körperflüssigkeiten verwenden, diese danach verbrennen oder unschädlich entsorgen
Stiefel tragen und danach gründlich reinigen
Hände gründlich waschen, ev. danach Desinfektionslösung auftragen
Wunden immer sofort versorgen und verbinden, damit sie nicht zur Eintrittspforte für Keime werden
Geburtshilfe als Zoonose-Risiko
Geburtshilfe insbesondere bei Totgeburten, Frühgeburten oder abgestorbenen Lämmern birgt ein hohes Zoonose-Risiko. Bei Schafen und Ziegen sind ca. 80 % der Verwerfensfälle (Abortusfälle) durch Infektionen verursacht. Diese Abortuserreger von Schafen und Ziegen können auch bei Frauen einen Abortus auslösen oder zu Unfruchtbarkeit führen. Daher sollen Frauen mit Kinderwunsch und insbesondere Schwangere möglichst keine Geburtshilfe machen und keinen Kontakt mit Nachgeburten haben bzw. besonders vorsichtig sein: Zur Sicherheit doppelte Handschuhe anziehen, immer Schutzkleidung tragen, die nicht ins Haus mitgenommen wird. Die allgemeinen Hygieneregeln gelten natürlich für alle Tierbetreuer.
Hygiene bei Tierbehandlungen
Tierbehandlungen, bei denen Abszesse geöffnet oder blutige Operationen durchgeführt werden, wo Körperflüssigkeiten abfließen oder kranke Klauen geschnitten werden, sollen immer außerhalb des Stalles auf einem gut zu reinigenden Behandlungsplatz durchgeführt werden. Es ist auch darauf zu achten, dass das behandelte Tier danach sauber gereinigt in den Stall zurückgeführt wird.
Verendete oder getötete Tiere müssen immer sofort aus dem Stall entfernt und über die Tierkörperbeseitigung entsorgt werden. Wenn das tote Tier bis zur Entsorgung auf dem Hof liegen bleiben muss, dann soll es gekühlt oder zumindest kühl gelagert werden. Es muss für andere Schafe oder Ziegen, aber auch für Hunde und Katzen und für Besucher unzugänglich gelagert werden.
Wer nach Tierkontakt Symptome feststellt und eine Zoonose vermutet, soll dies unbedingt dem behandelnden Arzt mitteilen, damit die Untersuchungen in diese Richtung gemacht werden und rasch eine Diagnose gestellt werden kann.