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MilchfĂŒtterung der LĂ€mmer und Kitze

MilchfĂŒtterung der LĂ€mmer und Kitze

Wie lange brauchen LĂ€mmer und Kitze Milch?

LÀmmer und Kitze sind SÀugetiere. Sie brauchen in der SÀugezeit auf jeden Fall Milch, bevorzugt Muttermilch. Sie können jedoch auch mit Kuhmilch oder Trockenmilch (Magermilchpulver oder Vollmilchpulver) ernÀhrt werden. In konventionellen Betrieben wird hÀufig Milchaustauscher verwendet.

BiolĂ€mmer und Biokitze mĂŒssen mindestens 45 Tage Milch bekommen.

Das Absetzen der LĂ€mmer und Kitze kann mit 6-12 Wochen erfolgen. Es dĂŒrfen nur Jungtiere von der Milch abgesetzt werden, die ausreichend Raufutter (Heu) und Kraftfutter (ca. 400g pro Tag) aufnehmen. Bei der Aufzucht an der Mutter können LĂ€mmer und Kitze auch lĂ€nger saugen - allerdings ist zu beachten, dass ab 3 Monaten die BocklĂ€mmer und Bockkitze von den weiblichen Jungtieren getrennt werden sollen.

→ Geschlechtsreife

LĂ€mmerschlupf

FĂŒr an der Mutter aufgezogene LĂ€mmer und Kitze ist bis zum Absetzen von der Mutter ein eigener Fressbereich empfehlenswert. Die Abtrennung er­folgt durch HĂŒrden mit 20 bis 24 cm Durch­schlupföffnungen.

So können die LÀmmer und Kitze bereits ungestört Grundfutter bester QualitÀt und Kraftfutter aufneh­men. Die Höhe und Breite des Schlupfes ist idea­lerweise verstellbar.

Hineinsteigen und Futterverschmutzung im Trog sollen verhindert werden. Auch in diesem Bereich sollte eine TrÀnke installiert sein.

Gerne wird dieser Bereich auch von den Jungtieren als RĂŒckzugsort zum Ruhen genutzt.

Zur Gestaltung siehe auch die Stallbau-BroschĂŒre des ÖBSZ BroschĂŒren

Mutterlose Aufzucht - TrÀnkeverfahren

Wenn immer möglich sollen junge LÀmmer und Kitze an der Mutter Muttermilch saugen.

Aus verschiedenen GrĂŒnden kann jedoch eine mutterlose Aufzucht notwendig werden: Etwa wenn die Mutter keine Milch hat oder verendet ist oder wenn die Muttermilch zum Verkauf oder zur Produktion von Milchprodukten und KĂ€se verwendet wird.

Bei der mutterlosen Aufzucht ist auf eine rechtzeitige und ausreichende Biestmilchversorgung zu achten.

TrÀnkeverfahren:

WarmtrĂ€nke - sĂŒĂŸ:

Mindestens 4 Gaben tĂ€glich, TrĂ€nketemperatur 38°C – genau einhalten, ca. 1,6 bis 2,2 l Milch tĂ€glich je Tier, nicht zu kalt, nicht zuviel.

Z.B. als RinnentrĂ€nke oder vom Nuckeleimer oder vom TrĂ€nkeautomaten (fĂŒr Pulver- oder Frischmilch) ad libitum - zur freien Aufnahme

SauertrÀnke - kalt:

Kuhmilch oder Milchpulver wird mit AmeisensÀure gesÀuert.

SauertrĂ€nke immer ad libitum - muss immer vorhanden sein, darf nie ausgehen. Mehrmals tĂ€glich umrĂŒhren, im Sommer Fliegenschutz.

SauertrÀnke hÀlt sich bis drei Tage. Sie ist gut vertrÀglich.

Vorteil der SauertrĂ€nke ist der geringere Arbeits- und Energieaufwand. Es ist zwar mehr Milch /Milchpulver nötig, dafĂŒr aber weniger Kraftfutter. Wenn die TrĂ€nketemperatur unter 15°C fĂ€llt, trinken die LĂ€mmer und Kitze weniger (und entwickeln sich nicht so gut).

AnsĂ€uern mit AmeisensĂ€ure: von der (75%-)85%igen AmeisensĂ€ure werden 1-3 Promille pro Liter, d.h. 1-3ml pro Liter Milch verwendet. Dazu wird die AmeisensĂ€ure zuerst 1:10 verdĂŒnnt: 10ml AmeisensĂ€ure in 100ml Wasser, das in 10 Liter Milch, gut umrĂŒhren.

Mehr AmeisensÀure verlÀngert die Haltbarkeit, aber es leidet der Geschmack: frische Milch und Trockenmilch haben einen pH-Wert von 6,7. AngesÀuterte Milch soll einen pH-Wert von 4,5-5,5 haben.

FĂŒtterungsfehler bei mutterloser Aufzucht

  • zu große TrĂ€nkemengen pro Gabe

  • zu kalt verabreichte WarmtrĂ€nken

  • verschmutzte TrĂ€nkeeimer und -rinnen

  • unzureichendes oder falsches AnsĂ€uern von KalttrĂ€nken

  • verschmutzte Leitungen

  • Verwendung von KĂ€lbermilchaustauschern bei SchaflĂ€mmern ruft eine Kupfervergiftung hervor. Diese Tiere zeigen neben anderen Symptomen auch Durchfall.

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